B.Sc. Modul 2: A08 - Grenzen überwinden – Interkommunale Kooperation am Hambach See
Betreuung: Betreuung: Dr. Thomas Terfrüchte (ROP), Sofie Graß
Tutor/in: Louis Selig
Spätestens mit der medienwirksamen Besetzung des Hambacher Forsts sowie diverser Leitentscheidungen und Gesetze zur Kohleverstromung im Rheinischen Revier ist der Umgang mit den raumbezogenen Folgen des Braunkohletagebaus auch in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit geraten. Die Raumplanung hingegen beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit der Braunkohleplanung und ihren Begleiterscheinungen wie etwa der Umsiedlung von Menschen aus Dörfern, die dem Braunkohleabbau weichen mussten, der Nachnutzung der sogenannten Bergbaufolgelandschaften und dem gewaltigen Strukturwandel, der durch den Kohleausstieg in der Region schon jetzt sichtbar wird.
Das Rheinische Revier im Westen Nordrhein-Westfalens ist mit seinen Tagebauen Garzweiler, Hambach und Inden das größte Braunkohlenabbaugebiet in Europa. Alle drei Tagebaue werden als Seen entwickelt. Jeder für sich genommen wäre dann schon der größte in NRW. Der Hambach See wird allerdings mit einer Tiefe von ca. 360 Metern und einer Fläche von ca. 3.500 ha der tiefste See Deutschlands und dem Volumen nach zweitgrößte See Deutschlands (nach dem Bodensee) werden. Das bedeutet für die Städte und Gemeinden in Seenähe gewaltige Herausforderungen und Entwicklungspotenziale. Besonders spannend wird es im Raum zwischen Hambach See und Indesee, der bei abgeschlossener Füllung zwischen den jeweiligen Ufern nur 5 km betragen wird.
Herausfordernd für die Planung ist neben der Gestaltung des Strukturwandels schließlich der Umstand, dass dieser „Zwischenraum“ administrativ ebenso fragmentiert ist (Jülich, Niederzier, Düren und Inden) wie die Anrainer der jeweiligen Seen. Planerisch handelt es sich bei der Entwicklung der Bergbaufolgelandschaften also um eine interkommunale Aufgabe. So müssen etwa die Flächennutzungspläne der Städte und Gemeinden aufeinander abgestimmt werden. Die sogenannte kommunale Planungshoheit stößt hier mithin an ihre Grenzen. Zugleich reden wir in diesem Raum über eine Planung, die erst in 40 bis 50 Jahren vollends sichtbar sein wird, wenn auch der Hambach See seinen finalen Füllstand erreicht haben dürfte.
A 08 widmet sich diesen besonderen planerischen Herausforderungen, den bestehenden Entwicklungskonzepten und eigenen Ideen für den Raum und fragt nach den interkommunalen Umsetzungserfordernissen, die daraus abgeleitet werden können. Welche Akteure sind relevant und müssen „mit ins Boot genommen“ werden? Welche Rolle spielt die Regionalplanung (hier die in Köln), die im deutschen Planungssystem immer dann gefragt ist, wenn es um überörtlich bedeutsame Planungen und Maßnahmen geht? Welche Rolle nehmen die Entwicklungsgesellschaften für die Seen ein? Kurz: Wie können die bestehenden Grenzen für die Gestaltung des Strukturwandels überwunden werden?
Mehrere Ortsbegehungen (Exkursionen), Interviews und Vor-Ort-Workshops mit relevanten Akteuren, Desktop-Recherchen usw. prägen die Forschungsarbeit im Projekt. Die konkrete thematische und räumliche Fokussierung erfolgt durch die Projektgruppe gemeinsam mit der Projektbetreuung. Unterstützt wird das Projekt durch eine Mitarbeiterin der NEULAND HAMBACH GmbH, die zugleich die Projektberatung übernimmt.
Zeit und Ort
| Tag | von | bis | Rhythmus | Ort | Beginn | Ende |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mo | 14:00 | 18:00 | Einzel | GB III - R 216 | am 30.03.2026 | |
| Mo | 14:00 | 18:00 | wöchentlich | GB III - R 216 | 20.04.2026 | 20.07.2026 |
| Do | 14:00 | 18:00 | wöchentlich | GB III - R 216 | 23.04.2026 | 23.07.2026 |
| 08:00 | 18:00 | Block | 11.05.2026 | 15.05.2026 |
Leistungsnachweis
Prüfung: Modulprüfung (unbenotet), 3 Studienleistungen (unbenotet)
Prüfungsform: Abschlussbericht inkl. Disputation
Studienleistungen: (A) Exposé; (B) Zwischenbericht; (C) Zwischenpräsentation, Plakat und Abstract im Rahmen des Projektmarktes
Bei erfolgreichem Abschluss des Projektes zum Ende des Sommersemesters werden insgesamt 24 LP verbucht. Die Teile sind nicht einzeln belegbar.
Art der Veranstaltung
Projekt
Dauer: 8 SWS
Punkte: 10




