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B.Sc. Modul 2: A-Projekt 04

Raum-Bilder und Planung: Die vielen Stimmen zum Ruhrgebiet
Betreuung: Dipl.-Geogr. Marian Günzel (ROP), Dipl.-Ing. Thomas Terfrüchte (ROP)


Über einen langen Zeitraum innerhalb des 20. Jahrhunderts war das Ruhrgebiet bestimmt durch die dort ansässige Kohl- und Stahlindustrie. Rauchende Schornsteine, rußgeschwärzte Gesichter und Städte sowie ein stets grauer Himmel prägten das Bild, auch in den Köpfen der Menschen. Dieses Bild hat sich im Laufe der Jahrzehnte dermaßen verfestigt, dass es in den letzten Jahren insbesondere bei Besuchern des Ruhrgebiets zur geflügelten Äußerung des Erstaunens wurde, wie grün es doch hier sei.

Zeit und Ort

Tag von bis Rhytmus Ort Beginn
Mo 12:00  16:00 wöchentlich GB I / 325 07.04.2014
Do 14:00 18:00 wöchentlich GB I / 325 10.04.2014

Beschreibung
Über einen langen Zeitraum innerhalb des 20. Jahrhunderts war das Ruhrgebiet bestimmt durch die dort ansässige Kohl- und Stahlindustrie. Rauchende Schornsteine, rußgeschwärzte Gesichter und Städte sowie ein stets grauer Himmel prägten das Bild, auch in den Köpfen der Menschen. Dieses Bild hat sich im Laufe der Jahrzehnte dermaßen verfestigt, dass es in den letzten Jahren insbesondere bei Besuchern des Ruhrgebiets zur geflügelten Äußerung des Erstaunens wurde, wie grün es doch hier sei. Und tatsächlich ähnelt die Region bei genauerer Betrachtung eher einer aufgelockerten und von zahlreichen Grün- und Waldflächen durchzogenen Stadt-Landschaft. Metropolitane Dichte erscheint dagegen kaum als räumlicher Markenkern des Ruhrgebiets. Und doch nennt es sich, angestoßen durch das planerische Konzept der Europäischen Metropolregionen in den 1990er und 2000er Jahren, „Metropole Ruhr“. Hinzu kommt spätestens seit der international mit großem Interesse aufgenommenen IBA Emscher Park und der Ausrichtung des Kulturhauptstadt-Jahres 2010 das Bild einer Region, die es geschafft hat, ihr altindustrielles Erbe erfolgreich für touristische und künstlerische Zwecke zu transformieren, ohne es zu verleugnen.

Es vereinen sich also eine Vielzahl von Wahrnehmungen und Raumbildern im Ruhrgebiet, die zum Einen zeitlichen Veränderungen unterlagen und sich auch weiterhin wandeln. Andererseits treffen zeitgleich konträre Vorstellungen und Wahrnehmungen in Bildern, Literatur, Fotografie, Musik und Film aufeinander. Wird aus postmoderner Sicht von der grundsätzlichen und zu respektierenden Mehrstimmigkeit im Wahrnehmungskanon ausgegangen, ergibt sich ein Prisma unterschiedlicher Facetten, aus dem  sich „das Ruhrgebiet“ als Region abzeichnet. Die Raumplanung macht sich diese unterschiedlichen Bilder in ihrem Handeln durchaus zunutze, reproduziert und verstärkt sie. Andererseits setzt sie auch wiederholt Akzente, um Wahrnehmungen in ihrem Sinne zu transformieren und dem Ruhrgebiet ein „neues Gesicht“ zu geben. Folgende Fragen entstehen vor diesem Hintergrund:

  • Welche Raumbilder zum Ruhrgebiet sind in verschiedenen Medien und vor Ort erkennbar?

  • Wie haben sie sich im Laufe der Zeit verändert?

  • Welche Definitionen und welche Werthaltungen lassen sich hinter diesen Bildern ausmachen?

  • Welche Rolle spielte die Raumplanung dabei?

  • Welche dieser vielen Facetten (Raumbilder, Wahrnehmungsräume) des Ruhrgebiets werden aktuell in der Landes- und Regionalplanung verhandelt?

  • Mit welcher Begründung werden sie durch Planerinnen und Planer thematisiert?

Inhalt und Ziel des Projektes ist es, sich einen Überblick über die unterschiedlichen Wahrnehmungsräume, oder besser: die „vielen Stimmen zum Ruhrgebiet“ sowohl in seiner geschichtlichen Entwicklung als auch aktuell zu verschaffen, deren (akteurs-)spezifische Bedeutungen und Bewertungen darzulegen und die besondere Rolle der Planung bei der Erschaffung, Reproduktion und Veränderung dieser Raumbilder zu untersuchen. Die Projektgruppe soll in die Lage versetzt werden, auf der Grundlage raum- und planungstheoretischer Vorüberlegungen die Wirkung planerischer Eingriffe bei der Erschaffung spezifischer räumlicher Images und Wahrnehmungen zu erkunden und daraus letztlich planerische Handlungsoptionen abzuleiten.

Kontakt

Dr. Marian Günzel
 

Weitere Informationen:

Art der Veranstaltung: Projekt

Dauer: 8 SWS

Punkte: 10 LP

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.