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M 05: Ein smarter Zuschnitt für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts? Wie die Digitalisierung interkommunale Kooperation beeinflusst und unseren Lebensraum neu definiert.

Betreuung: M.Sc. Katharina Fesel

Mit immer komplexer werdenden Fragestellungen wie dem Klimawandel, dem demografischen Wandel und veränderten Lebensumständen durch z. B. die Corona-Pandemie oder der Digitalisierung stehen Gemeinden vor immer größeren Herausforderungen. Dabei stellt sich die Frage, welche Rolle der räumliche Zuschnitt und Technologie bei der Bewältigung dieser Herausforderung spielen?
In der neuen Leipzig Charta 2020 wird von drei räumlichen Ebenen gesprochen, auf der sich der Lebensalltag der Bürger und Bürgerinnen abspielt, nämlich die Quartiersebene, die Kommune und der funktional zusammenhänge Raum (NEUE LEIPZIG CHARTA, 2020). Inspiriert durch die Territoriale Agenda 2030 (European Union, 2020) möchte sich der funktionale Raum auf die Abhängigkeiten und Part­ner­schaften von Gebietskörperschaften fokussieren. Dabei ist der Anspruch durch ein komplexes Netzwerk die Lebenswirklichkeit der Menschen besser abzubilden und die Siedlungsentwicklung an dieser auszurichten.

Der funktionale Raum ist der Ausgangspunkt für die Projektarbeit. Aber wo fängt dieser an? Wie grenzt er sich von administrativen Räumen, die politisch definiert sind, ab? Wer oder was bestimmt, welche Gebietskörperschaften einen funktionalen Raum bilden? Wie organisieren sich die Verwaltungen und die Bürgerschaft im funktionalen Raum? Welche Rolle spielen dabei Technologien und die Digitalisierung?
In der Projektarbeit sollen die Studierenden sich zunächst mit den theoretischen und praktischen Anforderungen beschäftigen, die ein funktionaler Raum hat. Es soll kritisch hinterfragt werden, was die Erfolgsfaktoren, Treiber und Hindernisse (SWOT) für den Zusammenschluss zu einem funktionalen Raum sind. Dabei gilt es diesen auch gegenüber einem politisch-administrativen Handlungsraum abzugrenzen. Ebenso soll erkundet werden, welche Organisationsformen (governance arrangements) Akteure in funktionalen Räumen wählen. Des Weiteren soll erforscht werden, wie verschiedene Technologien die Kooperation von Gebietskörperschaften und zivilen Akteuren in  funktionalen Räumen unterstützen kann.

Als Beispiel kann das BMBF-geförderte Projekt NEILA dienen, in dem 27 Kommunen mit der Hilfe eines web-basierten Geo-Informationssystems ihre Siedlungsentwicklung interkommunal koordinieren möchten. Durch das Projektteam wurde ein Raumentwicklungsmonitoring entwickelt, das Auskünfte über die Eignung, Verfügbarkeit und Konflikte von Flächennutzungen bereitstellt. Ein weiterer Aspekt des Projekts ist es, ein Nutzen-Lasten Ausgleichssystem in der Region zu implementieren. Dieses soll den Gemeinden helfen, Nutzungskonflikte zu moderieren und durch einen virtuellen Ausgleichspool einen verbesserten Interessensausgleich zu erzielen.

Die Studierenden können im Projekt theoretische, aber auch konkrete Vorschläge erarbeiten, wie mithilfe von digitalen Formaten eine nachhaltige Flächenentwicklung zwischen den Kommunen in der Region ermöglicht werden kann. Es ist auch möglich, sich Instrumenten zu widmen, die den Bürgern und Bürgerinnen in funktionalen Räumen eine Stimme in der nachhaltigen Flächenentwicklung geben können.

Lernziele
Nach dem Kurs sind die Studenten fähig:

  • Den Unterschied zwischen funktionalen und politisch administrativen Räumen zu erläutern
  • Zu analysieren, ob ein Zusammenschluss von Gebietskörperschaften auf funktionalen Verflechtungen basiert
  • Zu analysieren und evaluieren, welche Organisationsformen in funktionalen Zusammenschlüssen gewählt wurden
  • Zu bewerten welche Rolle die Digitalisierung (Technologien) bei der Kooperation und Organisation von Akteuren in funktionalen Räumen hat


Das M-Projekt stellt das forschende Lernen in den Mittelpunkt der Projektarbeit. Dies bedeutet, dass die Studenten sich eigenständig und selbstorganisiert den Aufgaben widmen, die zum Bestehen der Prüfungsleistung erforderlich sind. Fokus liegt dabei steht auf der Erörterung von theoretischen Fragestellungen nach wissenschaftlichen Standards. Der Fokus kann dabei selbstständig gewählt werden!

Zeit und Ort

Tag von bis Rhythmus Ort Beginn Ende
Mo 08:30 11:45 wöchentlich GB I - 401 11.04.2022 11.07.2022
Mi 08:30 11:45 wöchentlich GB I - 401 13.04.2022 13.07.2022

Literatur
Die Projektlitertaur und weitere Quellen werden den Studierenden via Moodle zur Verfügung gestellt.

Benmerkung
Eine digitale Voranmeldung (Stimmungsbild) erfolgt in der Woche vor Vorlesungsbeginn. Die Verteilung auf alle angebotenen M-Projekte und M-Entwürfe findet zur ersten Veranstaltungszeit des Semesters statt. Bitte die Informationen auf der Homepage der Fakultät beachten.

Leistungsnachweis

M.Sc. Raumplanung (2012): Das Modul wird mit einer benoteten Modulprüfung abgeschlossen.
Weitere Informationen in Prüfungsordnung, Modulhandbuch und Projektwiki.

Art der Ver­an­stal­tung
Projekt

Dauer:  8 SWS

Punkte: 10

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.